ALLES ÜBER KUGELLAGER:


 

Ohne Kugellager rollen deine Rollbrettl-rollen leider nicht.

Daher sind sie genau wie jedes andere Teil an Deinem Skateboard unverzichtbar.

Kugellager werden auch oft als "Bearings" bezeichnet.

Jede Skateboard Rolle wird mit zwei Kugellagern bestückt.

Wenn du möchtest, kannst du den Zwischenraum mit einem Spacer ausfüllen.

Dieser kleine Metall-Zylinder sorgt dafür, dass die Kugellager beim Anziehen der Achsmutter nicht in den Kern der Rolle gedrückt und dadurch beschädigt werden. Außerdem sorgen Spacer dafür, dass deine Kugellager immer parallel zueinander ausgerichtet bleiben. Manch ein Skateboarder schwört auf solche Spacer und meint sogar, dass die Rollen dadurch schneller laufen.

 

Aufbau:

Bearings bestehen aus einem größeren Außenring und einem kleineren Innenring.

Zwischen diesen Ringen liegen kleine Stahlkugeln. Diese sorgen dafür, dass die Wheels in Bewegung kommen.

An den Außenseiten liegen die Abdeckungen, die sogenannten Shields, welche das Innenleben der Kugellager vor Verschmutzung schützen.

Damit die Stahlkugeln in Position gelagert bleiben, liegen sie in einem Lagerkäfig, der Ball-Cage genannt wird.

Du kannst deine Kugellager auch ohne Shields, also geöffnet oder halboffen fahren.

Fährst du deine Bearings offen oder halb-offen, sind diese zwar anfälliger für Verschmutzungen, aber auch etwas schneller. Viele Skater mögen zudem den etwas lauteren Ton beim Fahren mit Kugellagern ohne Shields.

 

 

Höhe der ABEC Zahl, heißt bessere Kugellager?

Dies ist eine Legende und besagt, dass die Kugellager umso besser und schneller sind, desto höher die Zahl der ABEC Angabe ist. Doch wie so häufig bei Mythen und Legenden ist dies natürlich größtenteils obsoluter Quatsch.

Die Abkürzung ABEC steht übrigens für „Annular Bearing Engineers Committee“ und ist eine Norm dafür, wie fein die Wälzkörper (so werden die kleinen Kügelchen im Lager genannt) ausgearbeitet werden.

Je höher das ABEC Rating, desto geringer ist die Fehlertoleranz bei der Herstellung dieser Komponenten.

An sich bietet das Rating somit zuverlässige Informationen über die Qualität des Kugellagers.

Da beim Skaten aber vergleichsweise geringe Drehzahlen des Kugellagers erreicht werden, kann das ABEC-Rating eher vernachlässigt werden. Das volle Potenzial eines hohen ABEC-Ratings wird aufgrund der relativ geringen Geschwindigkeiten beim klassischen Skaten gar nicht ausgeschöpft.

 

Dies kann gut anhand eines Beispiels verdeutlicht werden:

ABEC 7 oder 9 Kugellager entfalten erst bei Werten von 20.000 – 30.000 Umdrehungen pro Minute ihr volles Potential.

In einer 54 mm Rolle würde das einer Geschwindigkeit von über 200 km/h entsprechen.

Auch wenn aus den genannten Gründen manche Hersteller mittlerweile auf ABEC-Ratings verzichten, bietet es in den meisten Fällen immer noch einen ersten groben Eindruck von der Qualität des Kugellagers. Über die Eignung zum Skaten und die Geschwindigkeit sagt das ABEC Rating aber kaum etwas aus, da beim Skateboarding natürlich andere Kräfte auf die Bearings wirken als in der Industrie.

Aus diesem Grund nutzt man im Skateboarding „Skate Tested Bearings“ oder „Skate Rated Bearings“.

Sie sind meist widerstandsfähiger und wurden speziell für die Anforderungen des Skateboardings entwickelt. Diese Anforderungen sind beispielsweise das Aufprallen beim Landen von Tricks oder die seitlichen Kräfte beim Lenken.

Heutzutage gibt es sogar Kugellager mit Titan-Teilen oder mit Kugeln aus extra-gehärtetem Keramik.

Diese Spezial-Technologien bieten eine sehr lange Lebensdauer und sind demnach auch etwas kostenintensiver.

 

So bekommst du die Kugellager wieder aus der Rolle:

Falls deine Wheels abgefahren sind, deine Kugellager aber noch in Ordnung sind, bekommst du sie mit wenigen Handgriffen aus der Rolle.

• Stelle das Deck zunächst auf die Seite, sodass der Achsstift nach oben zeigt.
• Löse nun die Achsmutter und entferne den oberen Speedring.
• Nimm die Rolle vom Achsstift und steck sie leicht schräg auf den Achsstift. So kannst du das Kugellager aus dem Rollenkern hebeln.
• Achte darauf nicht zu viel Kraft anzuwenden, um die Kugellager nicht zu beschädigen. Etwas Energie investieren, musst du hier allerdings.

 

Pflege und Reinigung:

Erstens: Wasser lässt deine Lager rosten, deshalb sollten diese am besten nie in irgendeiner Weise damit in Berührung kommen. Skaten im Regen solltest du deshalb lieber sein lassen. Deinem Deck tust du damit auch einen Gefallen. Vom erhöhten Verletzungsrisiko bei nassem Beton und nassen Rampen ganz zu schweigen. Staub mögen deine Lager übrigens auch nicht.

Zweitens: Du solltest deine Kugellager niemals ohne vorheriges Reinigen ölen.

 

Kugellager reinigen – So wird´s gemacht:

Damit sind wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt in Sachen Kugellagerpflege: die Reinigung. Auch wenn es mühsam erscheint, eine Kugellagerreinigung verlängert die Lebenszeit deiner Lager und macht alte Bearings häufig wieder schnell und geschmeidig. Um die Reinigung durchzuführen, brauchst du Schmiermittel, einen Reinigungsbehälter sowie eine geeignete Reinigungsflüssigkeit (z.B. handelsüblicher Zitronenreiniger oder purer Alkohol).

Zuerst musst du vorsichtig die Gummiabdeckungen, also die Shields der Lager entfernen (z.B. mit einer Sicherheitsnadel). Nun kannst du die Kugellager auf die im Deckel des Behälters verklebte Schraube mit Abstandshaltern und Mutter aufstecken. Die Kugeln der Lager sollten nach oben, die Lagerkäfige jeweils nach unten zeigen. Befülle den Behälter mit Reinigungsflüssigkeit (der Behälter muss nicht voll sein), verschließe ihn mit dem Bearing-bestückten Deckel und schüttel ein paar Sekunden. Lass die Flüssigkeit ein wenig einwirken und nimm die Kugellager wieder aus dem Behälter. Nach vollständigem Trocknen der Lager ein zwei Tropfen Schmiermittel pro Kugellager auftragen, Gummiabdeckungen wieder drauf und schon sind die Kugellager wieder einsatzbereit. Solltest du keinen speziellen Reinigungsbehälter haben, kannst du auch eine kleine Schale benutzen.